Kammermusik Unterricht

„Schüler machen Kammermusik“ Zeichnung: Tamina Uhrmeister

Wer schon einmal im Leben Kammermusik gemacht hat, weiß, dass es kaum etwas Schöneres gibt. In einer kleineren Runde wird Musik gemacht und erfahren, was die Instrumente so alles zu bieten haben.
Zusammenspiel mit anderen gehört für mich zu den schönsten Tätigkeiten überhaupt! Als Kind hatte ich das Glück, mit meinen Geschwistern Kammermusik machen zu können und wir hatten dabei unglaublich viel Freude.

Was man dabei lernen kann? Nun, zunächst könnte man zum Beispiel lernen, „vom Blatt zu spielen“. Das heißt, man bekommt Noten vorgelegt, die man nicht kennt und spielt mit den anderen zusammen einfach drauflos, obwohl noch keiner der Spielenden das Stück vorher geübt hat. Man spielt sozusagen aus der Situation heraus „vom Blatt“. In unserer Familie gab es da die lustige Angewohnheit, von Zeit zu Zeit „nach Kilogramm“ zu spielen. Wir spielten vom Blatt, einen Abend lang, und am Ende kam der gespielte Notenstapel auf die Waage. Das gab stets viel Gelächter!
An lauen Sommerabenden konnte auch durchaus mal die Stehlampe in den heimischen Garten wandern und dann saßen da die Musikanten eng zusammen gerückt im Lichtkegel und spielten, während die Frösche dazu quakten und am Himmel die Sterne aufleuchteten. Über den verrückten Einfall, das Wohnzimmer nach draußen zu verlegen, war ich als Kind restlos begeistert..

Abgesehen von dem Spielen aus dem Stehgreif kann man entdecken, dass sich Kommunikation zwischen Menschen nicht nur über Gespräche entfalten kann. Wer mag schon Gespräche, bei denen alle gleichzeitig reden? Niemand! Man versteht ja kein Wort! Bei Musik ist das etwas ganz anderes: Ganz viele können gleichzeitig „reden“ (also spielen) und heraus kommt eine große Harmonie. Oder Disharmonie. Kommt drauf an, was man spielt und ob man den richtigen Ton erwischt hat!
Man lernt, mit der eigenen Stimme zu singen, während im selben Moment auch die anderen ihre eigenen Stimmen singen. Das ist Magie!
Man lernt, zu wissen, wo man ist, einfach durch Zuhören. Was spielen die anderen? Wo ist der erste Schlag des Taktes? Wie gestalte ich meine Pausen? – Lehne ich mich dabei zurück, oder spiele ich meine Pausen als leise Töne innerlich mit? Was passiert dann?

Wer noch keine Kammermusik-Partner hat, aber gerne haben möchte, für den suche ich in Zusammenarbeit mit Kollegen nach passenden Mitspielern! Ich wähle gerne geeignete Literatur aus, schreibe bei besonderen Wünschen auch Arrangements von Lieblings-Liedern oder schreibe Stimmen um, wenn sie an bestimmten Stellen zum Beispiel noch zu schwer sind. Die Möglichkeiten sind quasi unendlich, auch was Besetzungen angeht!